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  Messengers of Silence (MOS)
 


  Wege zum Beruf

Unterstützung von Hauptschulabgängern mit Migrationshintergrund bei der Berufsfindung und Ausbildungsplatzsuche

Laufzeit: 15.06.2005 – 14.06.2006

Insbesondere für die HauptschülerInnen ist es bei der augenblicklichen Wirtschafts- und Ausbildungslage schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Das trifft auch für Karben zu. SchülerInnen mit Migrationshintergrund haben noch zusätzliche Schwierigkeiten und müssen noch größere Hürden überwinden. 

Das Projekt "Wege zum Beruf", das aus dem Programm „lokales Kapital für soziale Zwecke“ der EU finanziert wird, setzt an der Nahtstelle zwischen Schulabgang 
(9. Klasse) und Ausbildung an. Es bereitet die HauptschülerInnen mit Migrations-
hintergrund auf die Ausbildung vor und unterstützt sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 

Ansatzpunkt ist die Kurt-Schumacher-Schule in Karben. Sie ist die größte Gesamtschule des Wetteraukreises. Zur Zeit hat sie ca 1.600 SchülerInnen. 
In der Abgangsklasse der Hauptschule beträgt der Anteil der Nichtdeutschen die Hälfte aller SchülerInnen (18 von 35). 

HauptschülerInnen mit Migrationshintergrund erhalten beim Übergang in die Ausbildung unzureichende Unterstützung sowohl durch die eigene Familie wie durch die Schule. Um den Übergang effektiver zu gestalten und den HauptschülerInnen sowie ihren Eltern die vorhandenen Möglichkeiten aufzuzeigen, wurden im Projekt folgende Wege beschritten: 

  1. Informationsveranstaltungen zum deutschen Ausbildungssystem 

    Es wurden zwei Veranstaltungen durchgeführt: eine in der Gesamtschule selbst, bei der selbstverständlich die Schulleitung sowie der Schulbeirat der ausländischen Eltern wie der Gesamt-Schulelternbeirat mit einbezogen wurden. Das Interesse von SchülerInnen und Eltern – migrantischer wie deutscher - war groß.
    Die Schule hat die Bereitschaft signalisiert, Informationsveranstaltungen zum dualen Ausbildungssystem zukünftig regelmäßig und in eigener Verantwortung durchzuführen. 
    Eine 2. Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Moscheeverein durchgeführt. Dabei wurden insbesondere muslimische Eltern angesprochen. Auch hier war das Interesse sehr gut. Es wurde der Wunsch geäußert, die Veranstaltung zu wiederholen. 
  1. Auch bei der Berufsfindung wird auf unterschiedlichen Ebenen vorgegangen. In Kooperation mit den Fachlehrern für Arbeitslehre erhalten die SchülerInnen von der Schulsozialarbeit eine individuelle Förderung und Beratung um herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und welche Berufe für sie geeignet sein könnten. Diese Beratung findet einmal wöchentlich vormittags in den Räumen der Schulsozialarbeit statt.
    Die Kooperation mit der IHK, der HK, der Stadt Karben und dem örtlichen Gewerbeverein, die in Ansätzen vorhanden ist, wurde intensiviert. Die Ansprechpartner für den Bereich Aus- und Weiterbildung des Karbener Gewerbevereins  beraten das Projekt, weisen auf Ausbildungsplätze hin und informieren über weitere Möglichkeiten der Förderung, wenn die SchülerInnen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. 
    Zwar werden in der Hauptschule auch Bewerbungsunterlagen für die Ausbildungsplatzsuche erarbeitet. Über den Gewerbeverein haben Unternehmen zurückgemeldet, dass die Bewerbungen häufig (formale) Fehler enthalten. Außerdem reichen oft die Kenntnisse der SchülerInnen nicht aus, um weitergehende eigenständige Bewerbungen zu verfolgen. Auch hier bietet die Beraterin Begleitung/ Unterstützung an.
    Bis zum Projektende am 14.06.06 wird die Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche im Vordergrund stehen. 
  1. Die deutschen Sprachkenntnisse von HauptschulabgängerInnen mit Migrationshintergrund entsprechen oft nicht den Anforderungen des Berufslebens. Das trifft allerdings häufig auch für deutsche HauptschulabgängerInnen zu. Daher gehört auch ein Deutschkurs zum Projekt, der auf berufsspezifische Sprache vorbereitet. Aufgrund der Vorstellung des Projektes beim Förderverein der Kurt-Schumacher-Schule hat dieser sich spontan bereit erklärt, die Mittel für die Ausweitung des Deutschkurses auf die deutschen SchülerInnen der 9. Hauptschulklassen zur Verfügung zu stellen.

 

 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes »Wege zum Beruf«
Foto: Ditscher

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